Die Kapitel

von Manfred Jansen / am 07.03.2021 / in
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Na ja, in diesem Fall kann von „gehen“ kaum die Rede sein. „Fremdfliegen“ ist treffender. Thomas lädt mich ein. Wir kennen uns aus früheren Zeiten im Segelverein, heute allerdings ist er mehr Motorsegelflieger als Segler. Motorsegler gibt’s tatsächlich nicht nur auf dem Wasser, sondern auch in der Luft. In diesem Fall handelt es sich um eine Stemme S10, zweisitzig und zwar nebeneinander, mit 23 m Spannweite für den Segelflug und mit einem 4-Zylinder Rotax 914 Turbo mit 115 PS fürs Motorsegeln. Reisegeschwindigkeit dann so um die 200 km/h. Etwas schneller als Rüm Hart also.

Um 14:00 Uhr bin ich zum Tower des Flugplatzes Klausheide, ziemlich mittig zwischen Lingen und Nordhorn, beordert. Einweisung und den Vogel entern – mit Abstand das Sportlichste an der ganzen Angelegenheit. Mein Chefpilot muss mir helfen, mein Geläuf in die enge Sitzschale zu falten. Einmal drin liegt-sitzt es sich allerdings ganz bequem.

Lingens Wohlstandsquelle: die Kraftwerke, o. Kernkraft, u. Gas, ganz rechts die Ems

Dann geht’s ab, Start Richtung Nordost. Bei für mich überraschend niedriger Geschwindigkeit fliegen wir bereits. Herrlich! Ich darf an dieser Stelle mal verraten, dass das Fliegen immer ein Faszinosum für mich war. Mit unschuldigen 15 Jahren hatte ich erste Berührungen mit der Segelfliegerei, aber dann grätschte der Augenarzt dazwischen, der Flugschein wurde zum unerfüllbaren Traum.

Okay, wir kurven zunächst zurück nach SE über „Nordhorn-Range“, dem – Volksmund – Bombenabwurfplatz. Ein Übungsgebiet der deutschen Luftwaffe, genauer: ein Luft-/Bodenschießplatz, der direkt neben dem Flugplatz liegt und die Aufgabe hat, der regionalen Bevölkerung seit Jahrzehnten (erfolgreich!) den Mittagsschlaf zu versauen. Dann aber Richtung Lingen, bei leider sehr schlechter Sicht. Zwar scheint die Sonne, aber es ist ziemlich diesig. Das Fotobearbeitungsprogramm wird es später etwas kompensieren müssen.

Lingen. Im Bildviertel links unten Altstadt u. Marktplatz, li. o. die Hochschule (ehem. Eisenbahnhallen)

35 Minuten später haben wir wieder Bodenkontakt. DANKE Thomas! Der Nachmittag wird unter „Unvergesslich“ abgespeichert.

Ach ja: wer unseren Flug nachvollziehen möchte: D-KAIT

Und Rüm Hart? Der geht’s gut, sie schaukelt im Winterhafen vor sich hin. Nächste Woche kommt sie raus, hab den Auftrag gerade an den Hafenmeister vergeben. Er wird das Unterwasserschiff kontrollieren und den Rumpf reinigen und polieren. Und dann warten wir mal ab, wann und ob die Saison starten kann.

Und nein, dieses Foto ist zwar aktuell, aber nicht aus meinem Handy. Nach wie vor verkneife ich mir Tagestouren nach Holland. Aber Birgit, die Vorsitzende des hiesigen Segelvereins, hatte dort zu tun und war so nett, mich per Fotobeweis vom ordnungsgemäßen Zustand meines Schiffchens zu überzeugen. Sehr beruhigend.

Danke, liebe Birgit. Sehr nett!

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