Gori-Prop

von Manfred Jansen am 05.11.2014 / in Die Kapitel
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frontEinspruch Euer Ehren – das bringt es wohl auf den Punkt. Für meine Meckerei über den Gori-Faltpropeller im vorletzten Eintrag (siehe dort bei „Was würde ich heute anders machen?“ – ein bisschen weiter unten) habe ich Widerspruch von zwei Seiten erhalten, der hier erwähnt werden muss. Sonst wäre das Gori-Bild einseitig und schief.

Zuerst von Paul, ein Freund, der ebenfalls eine Sirius 310 mit eben dieser Schraube segelt. Paul schreibt mir: 

Widerspruch, Sir!!! Zusammen mit der größeren Maschine eine meiner besten Entscheidungen! Bei mir senkt sich die Drehzahl um > 800/min! Naviculum läuft mit 1.800/min volle 7 Knoten. (Es ist noch der erste Unterwasseranstrich drauf!)

Aus Schleusen heraus fahre ich grundsätzlich mit einem kurzen Rückwärtsschub an. Dann ist man gleich im Overdrive. Sollte man das mal vergessen haben, reicht ein kurzer aber etwas kräftigerer Rückwärtsschub mit anschließendem  ZÜGIGEM Vorwärtsschalten aus, um wieder in den Overdrive zu kommen. Bei weit mehr als dreihundert absolvierten Schleusen ist das mittlerweile automatisiert. Ich hatte in Frankreich öfter das umgekehrte Problem. Beim Anlegen hatte man im Rückwärtsgang aufgestoppt und fuhr damit automatisch im Vorwärtsgang im Overdrive an. Auf den kleinen Schleusenkanälchen war ich dann aber bereits bei Leerlaufdrehzahl oft deutlich schneller als erlaubt. Dann wieder in den Normalgang zu kommen hat mich häufiger genervt.

Die von Paul genannten Drehzahl- und Geschwindigkeitsrelationen werden verständlicher, wenn man weiß, dass er eine wesentlich größere Maschine als Rüm Hart hat.

Und auch von Torsten Schmidt, dem Inhaber und Chef der Sirius-Werft gab’s eine Reaktion:

… Wobei Du mit dem Einlegen des Gori Overdrives zwar recht hast (ich mache das allerdings nach wie vor durch vorwärts-/ rückwärtsschalten, denn die 10m Rückwärtsfahren sind ja nur die „ganz sichere Methode“), aber es ist ja auch gedacht zum Nervenschonen bei langen Motorstrecken. Für 2-8 h Motoren mit 500 Umdrehungen weniger lohnt sich doch das einmalige Rückwärtsrichten in jedem Fall, oder? 😉 Bei den Kunden die vorwärts am Steg liegen und rückwärts aus der Box motoren ist er ja übrigens automatisch drin ;-))

Also werde ich im Frühjahr noch einmal „Gori umlegen“ üben und versuchen rauszufinden, warum wir da unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben und zu verschiedenen Ansichten gekommen sind. Meine muss ja nicht richtig sein, und deshalb sollen die anderen nicht unerwähnt bleiben.

Zum Schluss noch mal ein Link zu einem Gori-Video, das die Funktionen des Prop verdeutlicht. Für den, der sich tiefer interessiert.

Gori-Video

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