Gummischnulli

von Manfred Jansen am 17.02.2011 / in Die Kapitel
0

Sirius 38 Davits 3Der Trend geht zum Zweitboot. Ganz klar. Ohne Reserveschiff geht es nicht. Unseres wird am Haken seines Mutterschiffes hängen. So etwa – siehe Foto oben. Wofür braucht man ein Beiboot? Typischerweise beim Ankern zum Beispiel. Ein paar Stunden oder auch eine ganze Nacht, vielleicht sogar ein/zwei Tage in einer einsamen, wildromantischen Bucht vor Anker zu verbringen, ist eine wunderbare Sache, da wird der alte Skipper wieder jung. Nur – hin und wieder möchte die Crew auch mal an Land. Schwimmen ist schlecht, da wird man nass bei. Also wurde das Beiboot erfunden. Früher war das aus Holz und wurde hinter den Schiffen hergezogen. Seit es dieses neudeutsche Wort gibt, stört das aber die ‚Performance‘ einer Segelyacht sehr, und so sann die stets pfiffige maritime Industrie auf Abhilfe. Das Beiboot sollte unter Deck NSA 230verschwinden, nur ließ sich so ein Holzkahn schlecht falten. Und hier kam die Gummiindustrie ins Spiel. Die hatte nämlich gerade ein anderes neudeutsches Wort gelernt: ‚Diversifikation‘. Zur Verbesserung ihrer Performance wandten die sich also den Wassersportlern zu und verkauften das nicht immer knallrote Gummiboot als aufblasbaren Tender für den wildromantischen Yachtie. Das wollte sich nun wieder die maritime Industrie nicht gefallen lassen und erfand flugs die Davits. Das ist so ’ne Art Bordkran für Beiboote – gut zu sehen am Heck der ankernden Sirius 32 DS auf dem Foto unten. Mit deren Hilfe lassen sich selbige hängend mitführen und per Seilzug ablassen. IMG_5466So war das. Historisch verbürgt. Da aber nicht wir es sein wollten, die diesen herzzerreißenden Wettkampf der Anbieter entscheiden, bekommt ‚Rüm Hart‘ Davits, an denen ein Gummiboot hängt. Das Leben muss gerecht bleiben.

TQ_Travel_503_nummerierung_01Unser Zweitboot wird mit einem Elektroaußenborder angetrieben, sehr modern und umweltgerecht. Leise, keine Plörerei mit Spritkanistern, noch nicht einmal Öl als Schmiermittel. Gummischnullis E-Motor hat einen eingebauten Akku, hängt bei Nichtgebrauch in seiner Halterung im Mutterschiff und wird unterwegs wieder aufgeladen.

Sonst müsste der Segler ja rudern!

Kommentare sind geschlossen.